Welches Substrat eignet sich für deine Calathea?
- boedefeld

- 14. Jan.
- 9 Min. Lesezeit
Du kaufst eine neue Marantaceae und denkst vielleicht erstmal nicht weiter über das Substrat nach, in dem sie gekauft wurde.
Aber ist dieses Substrat überhaupt geeignet? Und wann wäre der richtige Zeitpunkt zum Umtopfen?
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Was kann man vorab berücksichtigen?
Ganz zu Beginn sollte einem bewusst sein, dass alles mit dem richtigen Substrat steht und fällt. Und leider werden Marantaceae sehr oft in günstiger, torfhaltiger Erde verkauft, die keine gute Grundlage bildet.
Denn torfhaltige Erde ist aufgrund ihrer Eigenschaften auf lange Sicht eher ungeeignet.
Denn Torf im Substrat wird früher oder später hydrophob, das heißt, die Erde kann irgendwann kein Wasser mehr aufnehmen und wird kompakt. Während diesem Prozess lässt sich die Erde nicht mehr gleichmäßig durchfeuchten und in Folge dessen kann es zu Blattschäden, oder auch Wurzelfäule kommen.
Und: Häufig sind Blattschäden, wie beispielsweise braune oder gelbe Flecken, vertrocknete Blattränder usw., auf ein ungeeignetes Substrat zurückzuführen.
Aber welches Substrat eignet sich für Calathea und Co.? Das schauen wir uns jetzt etwas genauer an.
Welche Eigenschaften sollte ein geeignetes Substrat mit sich bringen?
Pfeilwurzgewächse lassen sich sehr gut in diversen Substraten bzw. mit verschiedenen Methoden halten. Es gibt nicht "DEN EINEN" richtigen Weg, aber es gibt durchaus ein paar Punkte, die hilfreich bei der Wahl des Substrats sein können.
Marantaceae mögen ein Substrat, das gleichmäßig Feuchtigkeit verteilt, diese gut hält und locker und luftdurchlässig ist.
Diese Eigenschaften kann man "klassisch" mit einem Erdmix erreichen, aber auch Semi-Hydrokultur oder gar Hydrokultur eignen sich sehr gut für Gebetspflanzen.
Welche Vor- und Nachteile hat das Verwenden eines Erdmixes?
Wie bereits oben erwähnt, sollte man darauf achten, keine torfhaltige Erde zu verwenden. Als Alternative hierzu bietet sich Erde auf Kokosbasis sehr gut an (z.B. "KokoHum"), die man individuell anpassen kann und welche auch nach starker Austrocknung schnell und gleichmäßig wieder Wasser aufnehmen kann.
Darin besteht schon ein wesentlicher Vorteil, denn mit etwas Erfahrung und Beobachtung, kann man sich seinen eigenen Erdmix einfach und auch recht kostengünstig individuell zusammenstellen.
Kokoserde besitzt keine eigenen Nährstoffe für die Pflanzen, deswegen empfiehlt es sich Wurmhumus oder ähnliches beizumischen.
Eine einfache Basis für den Anfang wäre eine Mischung aus Kokoserde, Perlite und Wurmhumus, die durch weitere grobe Bestandteile, wie z.B. Cocos-Chips oder auch weitere Nährstoffe, ergänzt werden kann. Oder, man kauft sich einen solchen Erdmix bereits fertig gemischt.

Beispiel für einen groben, geeigneten Erdmix.
Neben den positiven Punkten wie individuelle Mischverhältnisse, gleichmäßige Wasseraufnahme/-Verteilung und Luftdurchlässigkeit, ist das Mischen der eigenen Erde verhältnismäßig günstig und die einzelnen Bestandteile sind in jedem Baumarkt oder Gartencenter lokal verfügbar.
Außerdem besteht die Möglichkeit, dass Marantaceae einem das Umtopfen von Erde in andere Erde nicht ganz so übel nehmen, wie evtl. bei einer der anderen Methoden. Das ist allerdings nur eine Vermutung basierend auf eigenen Beobachtungen und keine Garantie. Umtopfen stellt für die Pflanzen immer Stress in einem gewissen Maß dar und können individuell ausgeprägte Reaktionen verursachen.
Wie alle Substrate, hat auch das Verwenden von Erde nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile. Es ist deswegen jedem selbst überlassen, abzuwägen, und den für sich geeigneten Weg zu finden. Auch durch Ausprobieren, selbst wenn das vorerst mögliche Verluste mit sich bringen kann.
Mögliche Gefahren bei der Verwendung von Erde sind eventuell am ehesten, dass man sein Gießverhalten an einen Plan knüpft und dadurch das Substrat in ein Zuhause für Schädlinge, wie beispielsweise Trauermücken, verwandelt (insofern man sie nicht bereits mit Erde eingeschleppt hat).
Gießen nach einem Plan funktioniert wahrscheinlich eher selten, denn die Pflanzen, in verschiedenen Topfgrößen oder einfach nur mit unterschiedlich stark ausgebildetem Wurzelwerk, haben alle einen individuellen Wasserbedarf. Und Erde trocknet hier unter Berücksichtigung diverser Punkte unterschiedlich stark aus.
Man sollte also sein Gießverhalten in jedem Fall der Pflanze anpassen und idealerweise das einzelne Topfgewicht prüfen. Nicht an Tag X alle Pflanzen gießen.
Und nachdem Erde ein organisches Substrat ist, ist diese natürlich nicht formstabil, heißt, sie muss früher oder später ausgetauscht werden.
Tipp: Das Verwenden von durchsichtigen Töpfen ermöglicht es einem, die Wurzelbildung bzw. den Zustand der Wurzeln leicht im Auge zu behalten und bei Komplikationen (z.B. entstehende Wurzelfäule) schnell zu reagieren.
Was ist Semi-Hydrokultur und welche Vor- und Nachteile hat sie?
Klären wir doch kurz vorab, was Semi-Hydrokultur eigentlich ist. Denn obwohl sie die letzten Jahre immer größere Beliebtheit erlangt, ist sie dem ein oder anderen möglicherweise dennoch unbekannt.
Bei Semi-Hydrokultur steht die Pflanze in einem anorganischen Substrat, bei dem durch Kapillarwirkung Wasser vom darunter liegenden Reservoir nach oben steigt und von den Wurzeln aufgenommen werden kann.
Idealerweise befindet sich am Topfeinsatz ein Wasserstandsanzeiger, mit dem sich der Wasserpegel im Übertopf einfach kontrollieren lässt. Ein individuelles, angepasstes Gießverhalten pro Pflanze ist hier also in Form von Überprüfung der Erde (trocken/nass bzw. Topf schwer/leicht) nicht mehr notwendig.

Funktionsweise der Semi-Hydrokultur
Dadurch entsteht der große Vorteil der Semi-Hydrokultur bzw. Selbstbewässerungs-Systeme, dass man die Pflanzen (normalerweise) nicht mehr Überwässern kann, solange man den Wasserstandsanzeiger auf mittlerem Level hält. Ein dauerhaftes "Maximum" des Anzeigers ist nicht zu empfehlen.
Auch reduziert man das Ansiedeln von Schädlingen, welche normalerweise in organischem Substrat nisten, wie z.B. Trauermücken oder Wollläuse, und im Gegensatz zu Erde ist es formstabil, sodass es nach einmaliger Anschaffung immer und immer wieder benutzt werden kann.
Das mineralische Substrat steigert, wenn es grob genug ist, zudem die Belüftung der Wurzeln und reduziert dadurch das Risiko von Wurzelfäule.
Je nachdem wie viele Pflanzen man zu versorgen hat, bringt es hier und da durchaus eine Zeitersparnis mit sich auf ein Selbstbewässerungssystem umzustellen. Darauf gehen wir aber an anderer Stelle genauer ein, wenn wir über das Thema Gießen bzw. Wasser sprechen, da es hier ein paar Punkte zu beachten gibt.
Für Allergiker könnte an dieser Stelle noch interessant sein zu wissen, dass mit mineralischem Substrat allergieauslösende Substanzen (z.B. Pilzsporen) reduziert werden.
Durch den Wegfall vom typischen Erde-Geruch konnten zumindest wir zudem die Erfahrung machen, dass unsere Katzen sich nicht mehr an den Pflanzen bzw. den Töpfen vergehen. Das ist aber natürlich nur wieder unsere subjektive Beobachtung.
Wir selbst sind inzwischen mit all unseren Marantaceae auf Selbstbewässerung umgestiegen und alle unsere Pflanzen befinden sich im "Green Jungle Mix".

Beispiel für mineralisches Substrat "Green Jungle Mix"
Jedoch möchten wir die Nachteile, die dieses System mit sich bringt an dieser Stelle nicht außer Acht lassen, denn es ist immer wichtig, sich ein umfassendes Bild zu machen, bevor man sich für ein Substrat entscheidet.
Und ein großer, erwähnenswerter Punkt, ist der Kostenfaktor. Denn für die Selbstbewässerung benötigt man idealerweise einen Innentopf mit Wasserstandsanzeiger, einen Übertopf und natürlich das mineralische Substrat. Für (meistens) Jungpflanzen gibt es zudem Selbstbewässerungssysteme, welche mit einem Docht ausgestattet sind und darüber das Wasser zum Substrat nach oben ziehen.

Beispiel für Selbstbewässerung mit Docht-System
Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, sich eine Art Selbstbewässerungs-System selbst zu "bauen" und auf einen Wasserstandsanzeiger zu verzichten. Das reduziert die Anschaffungskosten spezieller Topf-Einsätze, man muss dann jedoch gewissenhaft den Wasserstand im Übertopf/Untersetzer im Auge behalten. Einen optimalen und gleichbleibenden Wasserstand hier zu finden, könnte vor allem für Anfänger zudem schwieriger sein.
Das Substrat ist in den Erst-Anschaffungskosten definitiv vorerst höher als Erde, diese Kosten könnten sich auf lange Sicht aber wieder verrechnen, da das mineralische Substrat lediglich gereinigt werden muss und dann immer wieder für die nächste Pflanze verwendet werden kann - es ist formstabil.
Auch könnte es, im Gegensatz zu Erde, Probleme mit der Verfügbarkeit geben. Denn auch, wenn man ebenfalls sein mineralisches Substrat sowohl fertig gemischt kaufen, als auch dieses selbst zusammenstellen kann, führen nicht alle Gartencenter oder Baumärkte die einzelnen Komponenten bzw. ein fertiges Gemisch. Hier müsste man dann auf Online-Kauf zurück greifen, das dann zusätzlich die Lieferzeit in Anspruch nehmen würde.
Wenn wir gerade bei "Zeit" sind, muss man ebenso erwähnen, dass das Umtopfen von Erde in Selbstbewässerung wohl mehr Zeit in Anspruch nimmt als ein Umtopfen von Erde in Erde. Denn bevor eine Pflanze in das mineralische Substrat ziehen kann, muss man diese zuvor komplett von all ihrer Erde und auch dem meist vorhandenen Anzuchtnetz befreien und gründlich reinigen.
Aus eigener Erfahrung möchten wir an dieser Stelle auch mit auf den Weg geben, dass das Reinigungsprozedere unter Umständen die Pflanze zusätzlich stressen kann. Man muss sich hier selbst einen guten Weg erarbeiten, der die Pflanze zwar gründlich reinigt (wer hier nicht gründlich ist, bereut es später), gleichzeitig jedoch nicht das Wurzelwerk zu sehr stresst oder gar beschädigt.

Beispiel einer Stromanthe in Selbstbewässerung
Eine Anmerkung zum Schluss: Substrate wie Blähton bzw. "Seramis" sind für die reine Anwendung von Semi-Hydrokultur nicht geeignet. Diese Substrate verhalten sich anders in Bezug auf Wasserspeicher und -Abgabe und zudem kann es seine Stabilität bei dauerhafter Feuchtigkeit verlieren - welche bei Selbstbewässerungssystemen gegeben ist.
Was ist Hydrokultur und was sind ihre Vor- und Nachteile?
Hydrokultur lässt sich kurz und knapp erklären: Hier stehen Pflanzen ohne zusätzliches Substrat in Wasser und auch diese Methode eignet sich für Pfeilwurzgewächse sehr gut.
Die Vorteile von Hydrokultur liegen eigentlich auf der Hand, denn hierfür benötigt man keine speziellen Gefäße/Töpfe, kein spezielles Substrat und somit ist sowohl der Kostenfaktor bzgl. Erstanschaffung ziemlich gering, als auch die Verfügbarkeit gegeben.
Ähnlich wie bei Semi-Hydrokultur wird Schädlingen wie Trauermücken und Wollläusen das Substrat zum nisten genommen und auch ein Überwässern durch ungeeignetes Gießverhalten wird hier eliminiert.
Klingt erstmal nach der einfachsten Methode: Pflanze ab ins Wasser und fertig. Ganz so einfach ist es aber auch hier nicht.
Denn ähnlich wie bei Semi-Hydrokultur gibt es ein paar Punkte beim verwendeten Wasser, die man beachten sollte. Dazu mehr beim Thema Gießen und Wasser an anderer Stelle.
Außerdem sollte man darauf achten, dass man das Gefäß regelmäßig reinigt, sodass das Wasser nicht muffig wird und sich im Behältnis keine Algen bilden.
Zudem könnte es ab einer gewissen Pflanzengröße problematisch werden, ein geeignetes Gefäß zu finden und ebenso wie bei Semi-Hydrokultur muss die Pflanze vorab gründlich von allen organischen Resten gereinigt werden.
Nachdem wir uns jetzt einen Teil möglicher Methoden mit ihren Vor- und Nachteilen etwas genauer angeschaut haben, stellt sich anschließend die Frage:
Wann ist der passende Zeitpunkt zum Umtopfen meiner Calathea?
Hier hört und liest man die unterschiedlichsten Empfehlungen. Mal heißt es, die neuen Pflanzen sollten erst einmal im neuen Zuhause ankommen, mal heißt es, man soll sofort umtopfen.
Und auch hier gilt wieder: Den passenden Zeitpunkt sollte jeder für sich selbst entscheiden. Und wenn man als Anfänger noch keine Erfahrungen diesbezüglich gesammelt hat, dann einfach selbst austesten, was für einen - bzw. die Pflanzen - am Besten funktioniert.
Wir möchten hier diesbezüglich lediglich ein paar Gedanken und eigene Erfahrungen mit auf den Weg geben.
Vorweg, wir sprechen hier über Marantaceae, wie es sich mit anderen Pflanzenfamilien verhält, dazu können und möchten wir uns an dieser Stelle nicht äußern. Aber Marantaceae sollten idealerweise ganzjährig ähnliche Bedingungen haben, sprich viel Licht und Temperaturen nicht unter 18°C.
Folglich ist es bei diesen gegebenen Bedingungen auch grundsätzlich ganzjährig möglich, Gebetspflanzen umzutopfen, da diese nicht, wie andere Pflanzen, in eine natürliche Winterruhe gehen. Da es tropische Pflanzen sind, sollte man sich fragen: Kennen die denn überhaupt "Winter"?
Sofortiges bzw. zeitnahes Umtopfen der Pflanze, sobald sie bei einem zuhause eintrifft, hat entscheidende Vorteile.
Erstens, die Pflanze erlebt nur eine Stressphase und nicht immer wieder in Abständen. Denn bereits der Einzug in das neue Zuhause bedeutet grundsätzlich Stress, ein Umtopfen nach X Wochen bedeutet wieder Stress und zudem ist nicht gesagt, dass die Pflanze sich nach diesen X Wochen bereits an das neue Zuhause gewöhnt hat.
Woher Empfehlungen eine bestimmte Anzahl an Wochen zu warten kommt, ist uns ehrlicherweise nicht ersichtlich, denn wir hatten schon Exemplare, die sich erst nach einem halben Jahr oder gar länger richtig eingewöhnt hatten. Und wer möchte seine Marantaceae ein halbes Jahr in möglicherweise ungeeigneter Erde stehen lassen?
Daraus ergeben sich weitere Vorteile, denn man kann direkt ungeeignetes Substrat durch geeignetes (oder frisches) ersetzen, das dann die Grundlage für kräftiges und gesundes Wachstum bietet und man kann in diesem Zuge sofort die Wurzeln kontrollieren und ggf. reagieren.

Beispiel einer geschwächten Goeppertia, die zum Bewurzeln in Moos gesetzt wurde.
Oftmals bestehen Bedenken Pflanzen während der Blüte umzutopfen. Diesbezüglich können wir von keinen negativen Erfahrungen berichten.
Es gibt jedoch Situationen, da muss man abwägen, ob ein Umtopfen sinnvoll ist, oder ob man doch lieber etwas wartet.
Denn hier sind wir wieder beim Thema Stress. Behält man das im Hinterkopf, sollte man bei offensichtlich geschwächten oder kranken Pflanzen doppelt überlegen, ob ein Umtopfen sinnvoll ist. Das ist aber individuell zu entscheiden und auch hier gibt es Sonderfälle.
Fazit:
Unser Fazit fällt bei diesem Thema eigentlich ganz eindeutig aus.
Das geeignete Substrat bzw. die passende Methode findet man am besten heraus, indem man selbst austestet und probiert. Gleiches gilt für "den passenden Zeitpunkt" für Umtopfen der Pflanzen.
Natürlich kann das bedeuten, dass man möglicherweise Verluste verzeichnet, aber das sollte einen nicht abschrecken!
Dadurch lernt man dazu.
Es braucht lediglich ein paar Grundinformationen, welche man auf seinem Weg im Hinterkopf behalten sollte. Und diese haben wir dir hier aufgezeigt.
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